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Stadtleben
Ab unters Messer
25. Mai 2018

Eine Geschichte, die ganz sicher noch keinen Bart hat, ist die unseres Barbiers. Während ein gepflegtes Äußeres nach wie vor zum guten Ton gehört, war der Besuch beim Gesichtsbehaarungsdompteur des Vertrauens früher selbstverständlich. Eine schöne Tradition, dachten wir uns, deswegen haben wir sie erhalten und für jeden zugänglich gemacht. Passend zum vor der Tür stehenden Vatertag kann man auch den Herrn Papa mit einem Gutschein zu einer entspannenden Rasur einladen, relaxen inklusive.

Einst war es selbstverständlich, sich den Bart beim Barbier pflegen zu lassen. Dann haben der elektrische Rasierer und die Einwegklingen in den Markt der Salons geschnitten. Dazu hat sich auch der damalige Trend gewandelt und ein sorgfältig
kultivierter Bart wurde plötzlich als Wildwuchs angesehen. Glatt rasiert stand den Männern plötzlich als Idealvorstellung ins Gesicht geschrieben. Das Handwerk der Barbiere wurde zurückgestutzt.

Einst war es selbstverständlich, sich den
Bart beim Barbier pflegen zu lassen.

DAS COMEBACK DES BARTES

Mit dem Comeback des Barts in den verschiedensten Formen, Dichten und vor allem Gesichtern wurde auch wieder Wert auf die Pflege des Gesichtsornaments gelegt. Nur waren die Figaros der Gesichtsbehaarung kaum zu finden. Ein Besuch bei einem Barbier

ist nämlich etwas ausgesprochen Angenehmes. Zuerst wird das Gesicht mit sämtlichen Bartstoppeln mit einem feuchten und warmen Handtuch aufgeweicht. Das beruhigt Haut und Haar und man fühlt sich geborgen. Als nächstes wird der Schaum aufgeschlagen – Könner und Kenner benutzen eben nie was aus der Dose – und so großzügig wie flächig im Gesicht aufgetragen. Gut, dass man mit dieser Gesichtsmassage und -pflege alles um sich vergessen zu scheint. Als nächstes wird nämlich das Messer angesetzt. Augen zu und durch? Ja, aber eher weil man sich bei richtiger Behandlung richtig entspannt. Wellness für echte Kerle.

DIE WOHL EINZIGE FRAUR BARBIERIN

Die Männerschnitte für Haar und Bart sind jetzt zum Wachstumsmarkt geworden. Die Barbershops sprießen aus dem großstädtischen Boden. Hier im Wiesler arbeiten wir nicht nach amerikanischem Format, wie man es nach Filmen vorstellt, sondern als Barbier auf die gute, alteuropäischem Art. Ohne viel Schnickschnack, ohne hippe Attitüde und ganz konzentriert auf Bärte. Das Handwerk des Barbiers ist eine wunderschöne Tradition, unserem Wiesler richtig gut steht. Wir wären aber nicht wir, wenn wir nicht auch hier neue Wege gehen würden. Unser Barbier ist nämlich der einzige, dessen Besuch nicht “Men Only” ist. Wir meinen nicht etwaige bärtige Ladies, die wir herzlich begrüßen würden, nein nein. Bei uns führt Österreichs einzige Barbierin das Messer. Ihren klingenden Namen Irene Garcia hat man vielleicht nicht gehört. Das Resultat ihres Handwerk aber bestimmt schon in den Straßen der Murmetropole gesehen, gelernt hat sie es in ihrem Heimatland Venezuela.

Ihre Arbeit im Wiesler freut nicht nur uns, sondern jeden Grazer, der Platz in ihrem Stuhl nimmt. Was man vielleicht nicht weiß ist, dass ein guter Barbier Sinn für Formen braucht. Typenberatung hat man früher sicher nicht dazu gesagt, ist aber unerlässlich für die Meisterin. Sitzt da ein Bankberater im Stuhl, der ein adrettes Bild erwecken will? Oder ein kreativer, dem wuchernd und authentisch und echt ins Gesicht geschrieben

werden soll. Etwaige Nervosität legt sich bei Irene sofort, mit ruhiger Hand führt sie ihr Werkzeug bei höchster Präzision durchs Gesicht. Zeit muss man sich dafür nehmen. Die kann man nicht verschenken, sehr wohl aber einen Gutschein für den Barbiersbesuch. Den gibt’s für alle, die rechtzeitig bestellen online, bei uns an der Rezeption und er lässt sich sonst auch bei einem ebenso angenehmen Besuch im Speisesaal besorgen.

STARKE SCHNITTE UND GETRÄNKE

Die genüssliche Atmosphäre beim Besuch eines Barbiers wird üblicherweise auch von einem Getränk begleitet. Als Inspiration haben wir auf eine der Hochburgen für Bartträger geschaut, das aufregende Istanbul. Dort wie bei uns trifft man sich im Salon zu hitzigen Gesprächen und ebensolchen Getränken. Den dampfenden, schwarzen Kaffee mit einer Prise Kardamom haben wir zu uns mitgebracht. Diese Art der Kaffeezubereitung ist fast so alt wie das Haare schneiden, die Zutaten werden dabei mit einem Hauch Zucker in der Stielkanne erhitzt und dreimal aufgekocht. Das braucht seine Zeit, ist aber genau deswegen die perfekte Begleitung für die Rasur, denn dafür nimmt man sich genauso gerne Zeit. Das macht munter, wenn es das Messer an der Kehle nicht vermag und gibt zusätzlich zur erfrischenden Rasur einen geistigen Schwung mit auf den Weg. Denn bei einem so entspannenden wie ausgedehnten Besuch wartet irgendwann schon der nächste darauf, dran zu kommen. Bitte Platz nehmen.

Bitte Platz nehmen.

DIE ECKDATEN

Die Barbierskunst im Hotel Wiesler steht ganz im Zeichen von “The Art of the Bart”, man kann Dienstag und Freitag von 10 bis 19 Uhr Platz nehmen. Von Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 10 bis 14:30 Uhr und auf Anfrage. Montag, Sonn- und Feiertage hat er geschlossen.

Kosten belaufen sich auf 16 Euro, inbegriffen sind eine Gesichtsmassage und entspannende Gesichtspflege. Der türkische Kaffee kostet 3,50 Euro zusätzlich. Gutscheine für den Vatertag bitte rechtzeitig online bestellen:

https://www.hotelwiesler.com/service/gutscheine

Reservierungen werden unter +43 316 7066-0 und info@hotelwiesler.com entgegen genommen, zu finden ist die Frau Barbier im ersten Stock des Hotel Wiesler. Keine Angst vor der Rasur: einen Bart wachsen zu lassen, ist ja der halbe Spaß daran.

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